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Recht auf Gebärdensprache

 

Wenn Gehörlose und andere Menschen mit Hörbehinderung zum Arzt oder ins Krankenhaus gehen, haben sie das Recht, Gebärdensprache zu benutzen. Das steht im Sozialgesetzbuch (§ 17 Abs. 2 SGB I). Die Kosten für einen Gebärdensprachdolmetscher werden übernommen. Bei Arztbesuchen und ambulanter Behandlung im Krankenhaus übernimmt die Krankenkasse die Kosten, bei einem stationären Krankenhausaufenthalt das Krankenhaus. Die Dolmetscher rechnen direkt mit der Krankenkasse oder dem Krankenhaus ab.

 

Wie ist der Dolmetscheinsatz geregelt?

 

Sie müssen Ihren grundsätzlichen Bedarf an Gebärdensprachdolmetschern bei Ihrer Krankenkasse anmelden. Sie bekommen dann eine Bestätigung, dass die Krankenkasse die Kosten übernimmt. Jetzt können Sie bei Arztbesuchen einen Dolmetscher in Anspruch nehmen.

In manchen Fällen müssen Sie einen speziellen Antrag stellen, z.B. wenn Sie einen bestimmten Dolmetscher haben möchten, der vielleicht etwas weiter weg wohnt. Eine Doppelbesetzung ist in der Regel möglich, wenn das Gespräch länger als 60 Minuten dauert oder mehr als drei Personen teilnehmen. Einzelheiten müssen Sie mit Ihrer Krankenkasse klären.

 

Wer bestellt den Dolmetscher?

 

Sie können selbst einen Dolmetscher organisieren. Viele Krankenkassen haben Listen mit Gebärdensprachdolmetschern. Die Dolmetscher müssen einen Abschluss haben. Sie können auch den Arzt darüber informieren, dass Sie einen Dolmetscher brauchen und dass die Praxis oder das Krankenhaus einen Dolmetscher bestellen muss. Auch die Krankenkasse kann das übernehmen. Wichtig ist: Frühzeitig klären, wer den Dolmetscher organisiert!

 

Tipps zum Umgang mit Ärzten

 

Informieren Sie den Arzt über Ihre Hörbehinderung und erklären Sie, wie er sich verhalten soll. Die Situation ist für den Arzt ungewohnter als für Sie. Haben Sie Mut zur Offenheit und erklären Sie Ihre Situation und Bedürfnisse.

Sagen Sie klar, was Sie brauchen und wie Sie kommunizieren möchten: Sprechen, Absehen, Schreiben, Gebärdensprache (mit Dolmetscher), ...

„Ich bin gehörlos / schwerhörig.“
Informieren Sie über Ihre Hörbehinderung gleich am Anfang (schon bei Terminvereinbarungen).

„Das sollten Sie im Umgang mit gehörlosen Patienten wissen.“
Geben Sie vorab Infos zu Gebärdensprache und Gehörlosigkeit, z.B. die Broschüre „Der gehörlose Patient“.

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